PUT IN some MakeUp?

Proteste gegen Russlands menschenfeindliche (ich schreibe hier bewusst nicht „homo-feindliche“) Politik, sind mehr als angebracht, keine Frage. Putin nur zu kritisieren reicht längst nicht mehr und für LGBTQ*-Rechte sichtbar einzutreten ist unabdingbar!
Soweit sind wir uns ja Alle erstmal einig, nicht wahr?!

ABER sobald eines dieser unsäglichen Hihihi-wir-haben-Putin-mit-Photoshop-Schminke-ins-Gesicht-gemalt-Plakate auftaucht, sind wir das nicht mehr! Da werd ich nämlich wütend! Wir kennen diese unfassbar unreflektierten Bilder/Plakate/Photos bereits von den Protesten gegen die Inhaftierung der Pussy Riot Musikerinnen. Und schon zu diesem Zeitpunkt wurde angemerkt, dass diese vermeintlichen Protestkunstwerke auf enorm frauen*feindlicher, sexistischer und trans*feindlicher Bildsprache aufgebaut sind.

Aber weil der Mensch durch Wiederholung lernt, hier nochmal:

Eine Person herabzusetzen, indem ihr Schminke, also ein vermeintlich weibliches Merkmal, zugeschrieben wird, ist keine neue oder besonders progressive Idee. Im Gegenteil, so funktioniert das Patriarchat. Es kann nicht Ziel eines Protestes gegen Homophobie sein, auf die Reproduktion einer sexistischen Qualitätszuschreibung zurückzugreifen.

Naja, aber ist doch witzig gemeint?!
Eben, das Problem mit Witzen ist, dass sie zumeist auf Kosten anderer_Minderheiten_marginalisierter Gruppen funktionieren. Dieser hier funktioniert durch die vermeintliche Entwertung als Folge von Feminisierung. Es liegt dem Plakat somit durchaus ein misogynes Menschenbild zugrunde, das als Witz getarnt nicht weniger über ein (gesellschaftliches) Grundverständnis zur Wertigkeit bestimmter Geschlechtersymbole aussagt.

Naja, aber warum denn bitte trans*phob?
Einer männlich gelesenen Person übermäßig viel und buntes MakeUp ins Gesicht zu photoshopen, um sie ins Lächerliche zu ziehen und das ganze auch noch mit dem Hintergrund homophober Politik, lässt kaum eine andere Assoziation zu. Und wer meint, das sei MEINE Lesart und somit das was ich daraus mache, dem sei gesagt: wir leben nicht in einer Welt, in der männlich gelesene Menschen mit MakeUp einer hetero-männlichen Norm entsprechen bzw. so gelesen werden. Männer* mit MakeUp sind nach dem Verständnis dieser Gesellschaft keine Männer* mehr, aber eben auch keine Frauen*, trotz Feminisierung. Und genau über diese „Entmännlichung“ und die Verhöhnung eines männlichen Gesichts durch Schminke entsteht der trans*phobe Subtext dieser Protestbildnisse.

Ich verstehe die Idee Putin symbolisch mit seinen eigenen Waffen zu begegnen, aber wenn mensch einen Moment drüber nachdenkt, wird er feststellen, dass das einfach keinen Sinn macht.
Also werdet laut und kreativ, aber please  don‘t PUT IN  execution this MakeUp-Stuff!

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4 Gedanken zu “PUT IN some MakeUp?

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