Rassismus meets Rapeculture

Weil ich es unnötig finde Dinge, die bereits von anderen großartigen Menschen, in diesem Fall von Nadia Shehadeh und Hengameh Yaghoobifarah, perfekt auf den Punkt gebracht wurden, zu widerholen, hier zunächst Texte, die ihr lesen müsst, bevor es hier weiter geht: „Angstmacherei mit System„, „Arabisch und nordafrikanisch aussehende Menschen™„, „Willkommen in der Hölle, Ladys“.

Fertig mit lesen? Gut, da gibt es nicht viel zu ergänzen, außer der Punkt, warum das aktuelle Vorgehen von Polizei und Politik nach der Silvesternacht in Köln, ein Schlag ins Gesicht ist, für jede Frau, die schon einmal sexualisierte Gewalt (die von weißen Deutschen ausgeht/ging) zur Anzeige gebracht hat.

Nach nicht mal einer Woche präsentiert die Polizei stolz die ersten Tatverdächtigen. Kurz darauf werden die ersten Männer verhaftet.
In der Regel dauert es in Deutschland JAHRE, bis bei Anzeigen von sexualisierter Gewalt auch nur das Geringste passiert. In meinem Falle beispielsweise passiert seit 2,5 Jahren nichts. Und wenn etwas passiert, dann in der Regel nur, dass die Emittlungen nach ewigen Warten eingestelt werden. Und wenn es außerhalb der Regel doch mal zu einer Verhandlung kommt, wird auch niemand direkt verhaftet. Kurzum normalerweise passiert lange nichts, dann passiert nichts und selbst wenn was passiert, kommt in der Regel nichts bei raus.

Ähm was? Ich soll dann doch froh sein, dass dieses Mal so schnell was passiert? Ich könnte es positiv sehen, dass sich was bewegt? Ähhh… Eher nicht! Denn die Vorgehensweise, die uns dieser Tage von der Polizei präsentiert wird, hat reichlich wenig mit Umdenken oder Fortschritt zu tun. Ganz im Gegenteil! Unter dem Deckmantel „unsere Frauen (sic!)“ zu schützen wird hier eine rassistische Praxis legitimiert, Frauen instrumentaliesiert und weiße deutsche Täter unsichtbar gemacht. Der Umstand sexualisierter Gewalt wird für rechte Propaganda und Angstmache missbraucht und plötzlich sind alle ganz eifrig dabei was dagegen zu tun. Gegen „die (sic!)“ zu tun!

All jene, die Anzeigen gegen weiße deutsche Männer stellen/gestellt haben, haben aber weiterhin Pech, bleiben weiterhin in der jahrelangen Warteschleife, denen wird weiterhin nicht geglaubt, weil es halt bei rasistischer Verfolgung nicht weiterhilft. Rassismus meets Rapeculture und am Ende klopfen sich die weißen deutschen Männer stolz auf die Schulter, Deutschland ist geretten! Not.

Und daüber hinaus: Alles was Hengameh und Nadia sagen!

Edit:
Ich möchte an dieser Stelle nochmal anmerken, dass das, was in Deutschland gerade passiert (inklusive Rethorik und Bildsprache, Vergewaltigungsmythen) nichts neues, sondern Deutsche Tradition ist.
Bezieht sich zwar auf Antisemitismus, aber in Bezug auf Sprache, Darstellungen und Bedrohungsmythen, lässt es sich sehr gut übertragen: Ich empfehle den Text von Jessica Jacoby „Antisemitismus der Geschlechter“ in „Differenz und Differenzen: Zur Auseinandersetzung mit dem Eigenen und dem Fremden im Kontext von Macht und Rassimus bei Frauen“

 

Edit Nummer 2: Großartiger Text von Steinmädchen zum Thema: Sexualisierte Gewalt. Weiß-Deutsche Vorbildlichkeiten

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4 Gedanken zu “Rassismus meets Rapeculture

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